Florianisingen, Florijanja pet, ein Heischebrauch in den Dekanaten Eberndorf und Eisekappel

 

Maria Theresia (1740 bis 1780) hat sehr viel reformiert, wie die Schulpflicht. Ihr Sohn, sie hatte 16 Kinder, Josef II regierte mit seiner Mutter bis zum Ende ihrer Regentschaft  und war von 1780 bis 1782 Alleinregent. In seine Regentschaft fiel die Zeit der Aufklärung und so hob er viele Klöster auf (sekularisiert). Die gebildeten Mönche wurden in die Verwaltung eingesetzt (daher auch noch heute die Vorherrschaft der Kirche). In der Kirche setzten sich einige Mönche, vor allem die Jesuiten  gegen diese Reform ein. Heidnische (germanische)  Bräuche wurden zu kirchlichen gewendet.

1773 herrschten die Jesuiten (Streiter Jesu, SJ) im Stift Eberndorf.

Sie machten den heidnisch germanischen Brauch zu einem kirchlichen. Aus dem Frühlingsbrauch, wo man für das gemeinsame Fest (Begegnung Bursch und Mädchen, „Hochzeitsmarkt“)  „heischen“, betteln ging, wurde ein kirchlicher. Dafür  wünschte man (nur junge Burschen) für Haus, Hof und Familie Gesundheit und Wohlergehen und eine gute Ernte. Als Entgelt gab es für die Frühlingsfeier  Naturalien, wie Eier und Schmalz, das die Bauern ja hatten. Man ging von Haus zu Haus  und sang das Florianilied. Als Melodien waren damals noch situationsbezogen oder allgemein, wie heute noch in Eisenkappel und St. Paul im Lavanttal. Dieser Brauch wurde mit einem kirchlichen Text und mit einem Heiligen verknüpft. Der Heilige Florian 4. Mai (Todestag ertränkt in der  Enns bei Lorch (lat. Loriacum) OÖ als Märtyrer und christlicher Statthalter ) wurde als kirchlicher Anlass, passend in die Frühlingszeit als Florian (flos, floris lat. Blume) der Bauernheilige und auch als Helfer in der Todesstunde als Grundtext genommen und in den beiden Dekanaten Eberndorf und Eisenkappel eingeführt. Die Melodien dazu haben zwei Grundformen: die Rückersdorfer Variante (Blume und Todesstunde) eher im Windischen angesiedelt und die Eberndorfer Fassung Bauernheiliger, wie, beschütze unser Hab und Gut, siehe Schutzpatron der Feuerwehr. Deshalb zum Schluss des Liedes lautes Krähen (Hinweis auf den „roten Han“ Feuer) und Gackern (Hinweis auf gelegte Eier), sowie schlagen gegen die Oberschenkel als Hinweis auf Flügelschlagen. Heute haben die Leute kaum mehr Schmalz, Eier können gekauft werden und weiters gibt es Geld und Getränke als Gabe für den zweiten Teil des Florianisingens, die Florianifeier. Am Ende des Singens kommen alle Sänger zu einem ausgemachten Treffpunkt zusammen (Gasthaus, Bauernhof) und stärken sich mit einer großen Eierspeis, die nach dem langen wandern durch die Nacht (meist bis zu 3 Uhr in der Früh) köstlich schmeckt. Danach wird Bilanz gemacht.

Bei der Florianifeier  werden alle Bewohner (Hinweis auf „Heiratsmarkt“) eingeladen zum „Schnetize Essen“. Schnetize oder Schnitize werden aus trockenen Weißbrotschnitten, getränkt in aufgeschlagenen Eiern, und in Fett (Schmalz)  herausgebacken. Eine köstliche und sättigende Speise, gezuckert mit Wein oder gesalzen mit Salat und Wein, der ja noch genügend vorhanden ist, mit Absingen des Florianiliedes mit Genuss verspeist.  Das überzählige Geld wird karitativen Zwecken zugeführt.

Hinweis auf die Verbreitung: Die Mönche zogen ins Stift St. Paul und haben so auch den Brauch des Florianisingen mitgenommen. Gesungen wird in Hundsdorf und Maria Rojach mit allgemeinen Liedern. Auch in St. Margareten im Rosental, dem Sommersitz der Mönche erklingt das Florianilied. Eine „Neueinführung“ des Brauches in Grafenstein ist trotz intensiver Vorbereitung, medial und gesanglich nicht angenommen worden. Brauch kommt also von „brauchen“ (ich brauche es..) .

Ein schöner Unterkärntner Brauch, erwähnt in den Erscheinungsformen von HR Dr. Franz Koschier und von der slowenischen Seite Dr. Franc Cigan.

Verfasst von SR Dieter Fleiß, Volksliedreferent der Österreichischen Trachten und Heimatverbände und langjähriger Florianisänger mit Aufzeichnung der Kühnsdorfer Fassung des Florianiliedes und Komponist der „Florianimesse“, gewidmet meinem Sohn Florian.

 

 

Kühnsdorf, 28. April 2019


Ostern in Penk bei Bleiburg 2019


Palmsonntag 2019 in Bleiburg. Die Ortsgruppen Bleiburg und Feistritz Globasnitz halten diesen Brauch aufrecht.


Palmsonntag 2018 in Bleiburg


Das Florianisingen am Vorabend zum Namenstag des Heiligen Florian (4. Mai), ein alter Brauch in den Dekanaten Eberndorf und Eisenkappel einst eingeführt, erfreut sich heute noch großer Beliebtheit

Die Florianisänger 2017 in Kühnsdorf Nord


Der alte Glaube um die "Wilde Jagd"

von Dr. Martina Hahn-Hübner

In der ersten Woche des neuen Jahres steht der abnehmende Mond unter anderem im Zeichen des Skorpions. Es handelt sich hierbei um ein Wasserzeichen. Die Voraussetzungen sind also wie geschaffen dafür, einmal richtig sauber zu machen. An den Skorpion-Tagen lassen sich besonders gut und leicht starke Verschmutzungen entfernen.

Allerdings gilt das nicht für Ihre Wäsche. Müssen Sie Wäsche waschen, sollten Sie dies - zumindest nach altem Glaube - noch verschieben. Denn wir befinden uns im Moment in der Zeit der sogenannten Raunächte.

Früher war man der Meinung, dass in dieser Zeit die „Wilde Jagd" (windisch "divja jaha") umhersaust. Diese würde sich, so meinte man, in Wäsche verfangen. (Die wurde damals ja noch im Freien aufgehängt). Sie würde, so der Glaube, die Wäsche mit Unglück und störender Energie füllen.

Man könnte es auch moderner ausdrücken:

Es sollte bis zum Tag der heiligen drei Könige einfach einmal Feiertagsruhe herrschen.


 

Ein Lied zu Ehren des Heiligen Josef am 19. März

Landespatron von Kärnten, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg

 


Florianisingen ein eingeführter "Heischebrauch" in den Dekanaten Eberndorf und Eisenkappel

Wird am Vorabend zum Heiligen Florian am 3. Mai von Vereinen, Gruppen, Feuerwehren gesungen. Es gibt verschiedene Versionen von diesem Lied, auch eine windische.

Danach gibt es einen "Florianischmaus" mit den Florianischnitten, windisch "Schnetize"

 

Diese Fassung, laut Dr. Koschier die "Eberndorfer Fassung", wird in der Gegend Eberndorf Kühnsdorf gesungen


Die Fassung, wie sie in Seebach und Kohldorf bei Kühnsdorf gesungen wird. Text der 1. und 2. Strofe gleicht der "Eberndorfer" Fassung, melodie leicht abweichend.

Windischer Text ist nicht die Übersetzung der deutschsprachigen Fassung, sondern lautet übersetzt:

1. Ein Lied wollen wir singen vom Heiligen Florian, ein Lied zu seiner Ehre von seinem Leben.

2. Was für eine schöne Blume dieser Heilige Florian war, hat die katholischen Seelen gehütet und sie schön unterrichtet.

Die 3. Strofe ist vom Deutschen ins Slowenische übersetzt 


Sonnenwende, Sonnwendfeuer, Sonnwendfeier

 

Der Termin der Sonnenwende ist zurückzuführen auf einen heidnischen Kult, dem Mitraskult, der die aufgehende Sonne, also die Wintersonnenwende zum Anlass nahm, neues Leben immer wieder  zu dokumentieren und zu feiern. Aufgrund von einfachen Messungen, wobei der scheinbare Stillstand der Sonne nicht genau gemessen wurde, hatte man die Veränderung des Schattens, den die Sonne warf, auf den 25. Dezember fixiert. Als später das Christentum die Geburt Christi fixieren wollte, nahm man diesen Termin und bezeichnete die Geburt als „wahres Licht“, als „sol oriens“ (aufgehende Sonne). Laut der Bibel ist Jesus nicht an diesem Tag zur Welt gekommen, denn in der Heiligen Schrift heißt es, dass die Hirten auf den Feldern waren, als der Engel erschien, um die Geburt Christi zu verkündigen. Im Dezember sind in dieser Gegend keine Hirten auf den Feldern.

Im Mittelalter, wo man genauere Messungen vornehmen konnte, erkannte man, dass die eigentliche Sonnenwende schon am 21. Dezember geschieht. Das war aber nur den damaligen Weisen und der gehobenen Bevölkerungsschichte bekannt. Weil aber dieser Termin schon fest im Bewusstsein der Bevölkerung verankert war, konnte man dies nicht mehr ändern. Es blieb also dabei, Christi Geburt 25. Dezember. Also musste Christus vor neun Monaten gezeugt worden sein. Das ist also der 25. März, Maria Verkündigung, wo der Erzengel Gabriel Maria zur Mutter Gottes machte, ohne sie zu beflecken. Bei der Begegnung war Marias Base Elisabeth anwesend, welche im sechsten Monat mit Johannes schwanger war. Also wurde Johannes am 24. Juni geboren. Die Tag und Nacht Gleiche im September wurde mit dem Erzengel Michael mit der Waage auf den 29. September gelegt und der Kalender wurde noch mit den zwölf Aposteln je Monat belegt und der Kalender war so dem Volke vorgegeben.

Feuer war immer für die Menschen was Symbolträchtiges. Interessant ist, dass in der „dunklen Jahreszeit“ Advent bis Karwoche als Feuer die Kerze genommen wird, Allerseelen, Advent, Osterkerze und der „hellen Jahreszeit“ die Feuer vorherrschen.

Feuer war auch immer der Mittelpunkt menschlicher Begegnungen, galt für Reinigung, Neubeginn, aber auch als Signal bei den Türkeneinfällen die Höhenfeuer als Warnung. Feuer galt auch als Symbol der Gemeinschaft. Die Menschen hatten damals wenig Zeit füreinander und so galt ein Feuer auch als „Hochzeitsbörse“ für junge Menschen, die sich beim Überspringen des Feuers ihren Bund bestätigten und bekräftigten

Dass das alles eine Vorbereitung brauchte, weiß man von der Vorbereitung des Feuers am Veitstag (15. Juni) Spruch: „Da Heilige Veit, bittet um a Scheit“! So hat jeder im Ort für das gemeinsame Feuer beigetragen.

Die Termine des Sonnwendfeuers werden nicht nach den astronomischen Messungen vorgenommen, sondern nach dem Johannistag gehalten. Für die Bauern ist noch heute der eigentliche Sommerbeginn der Johannistag.

 

Juni 2015

SR Dieter Fleiß


Johannistag - Was man früher mit Johanniskraut machte...

von Dr. Martina Hahn-Hübner

Am 24. Juni ist Johannistag. An diesem Tag wird der Geburt Johannes des Täufers gedacht. Die Nacht davor, so alte Erzählungen, ist eine der sogenannten Lostage. An diesen Tagen, so erzählte man sich früher, ist das Tor zur „Anderswelt" sehr weit geöffnet. Weissagungen, so glaubte man, seien dann möglich.

Viele Sagen und Legenden ranken sich um die Johannisnacht und um Brunnen, Quellen und Teiche. Sie gelten nämlich an diesen Tagen als heilige Orte.

Früher war es auch Tradition, sich in der Johannisnacht ein Büschel Johanniskraut an ein solches Wasser zu legen. Es sollte sich dann mit positiver Kraft aufladen.

Heute wissen wir, dass Johanniskraut auf anderem Wege hilft. Eingenommen als Tabletten lindert es Depressionen - Studien haben gezeigt, das es in vielen Fällen Antidepressiva in nichts nachsteht. Zudem kann es gleichzeitig auch vor einem Burnout schützen.


Kräuter sammeln im Löwen

von Dr. Martina Hahn-Hübner

Auch am Samstag steht der Mond noch im Zeichen des Löwen. Gleichzeitig ist Mariä Himmelfahrt, ein katholischer Feiertag. Die katholischen Christen gedenken der Aufnahme von Maria in den Himmel. Doch es gibt auch Orte, an denen sogenannte Kräuterweihen stattfinden.

Zu den Kräutern, die dem Sternzeichen Löwe zugeordnet sind, gehört unter anderem der Fingerhut. Diesen sollten Sie aber nicht selbst suchen und anwenden. Zwar hat Fingerhut eine herzstärkende Wirkung. Aber eine Überdosierung kann tödlich enden.

Sammeln Sie lieber andere Kräuter, es gibt mehrere Heilkräuter, die ebenfalls dem Löwen zugeordnet sind. Dazu gehören Kamille, Ringelblume, Echinacea oder Rosmarin. Sie können diese zum Beispiel trocknen und für Tees verwenden.